Website-Relaunch-Checkliste für B2B mit 30 Punkten aus unserem eigenen Umzug
Das Wichtigste in Kürze

Am 6. August 2026 haben wir lilox.io von WordPress auf eine neue, statische Website umgezogen. Am Tag davor haben wir 144 Weiterleitungen zurückgestellt, weil wir dachten, die alte Seite leite diese Adressen ohnehin selbst weiter. Fünf Tage später zeigte die Search Console, dass alte Magazin-Adressen auf eine Fehlerseite liefen, eine davon mit 2.000 Einblendungen in 90 Tagen. Das Bild zeigt die Stelle, an der wir das korrigiert haben.
- Teuer wird bei einem Relaunch vor allem, was vor dem Go-Live niemand aufgeschrieben hat. Ganz oben steht die vollständige Liste der alten Adressen.
- Die Sitemap reicht dafür nicht. Unsere kannte 132 Adressen, die Search Console 201 und Google Analytics 591 Pfade.
- Am Go-Live-Tag kostete uns ein Eintrag beim alten Hoster drei Stunden. Punkt 19 verhindert das in zwei Minuten.
- Die 30 Punkte sind in fünf Phasen geordnet und lassen sich direkt als Projektplan übernehmen.
Kapitel 1. Was bei unserem Umzug passiert ist
Unser Umzug war kein großes Projekt. Die Website hatte rund 160 Adressen auf Deutsch und Englisch. Trotzdem sind drei Dinge passiert, die in keiner Standard-Checkliste stehen.
Das erste sind die zurückgestellten Weiterleitungen oben im Bild. Das zweite war der Hostname. Am Go-Live-Tag waren DNS, Server, Route und Cache korrekt eingestellt, und trotzdem antwortete die alte Seite. Unser alter Hoster hatte www.lilox.io in seinem eigenen Cloudflare-Konto registriert, und jede Anfrage endete dort. Die Suche hat drei Stunden gedauert, gelöst wurde es beim alten Hoster.
Das dritte war die robots.txt. Cloudflare hat unserer Datei einen eigenen Block vorangestellt, der neun KI-Crawler aussperrte, darunter GPTBot, ClaudeBot und Google-Extended. Im Projekt stand davon nichts. Für eine Agentur, die Unternehmen in der KI-Suche sichtbar macht, war das der unangenehmste Fund des Tages.
„Der teuerste Satz unseres Go-Live-Tages war: Alles ist korrekt konfiguriert, und trotzdem antwortet die alte Seite. Seitdem prüfen wir als Erstes, wer eine Anfrage überhaupt beantwortet.“
Kapitel 2. Vorbereitung
- Ziel in einem Satz festhalten. Schreibt auf, was nach dem Relaunch messbar anders sein soll, zum Beispiel mehr Anfragen über das Kontaktformular. Aus dem Satz folgt die Kennzahl, die ihr in Kapitel 6 vergleicht.
- Eine Änderung nach der anderen planen. Google rät, Domain, System und Gestaltung nicht am selben Tag zu wechseln. Geht es nicht anders, dokumentiert, was wann live ging.
- Ein Verzeichnis aller alten Adressen anlegen. Search Console über den längsten Zeitraum, Google Analytics und Sitemap zusammenführen. Prüft dabei, welche Pfade überhaupt zu eurer Website gehören. Bei uns stammten 125 Analytics-Pfade vom Terminbuchungsdienst.
- Die Messbasis sichern. Klicks, Einblendungen und Position je Seite für zwölf Monate exportieren, dazu die Ladezeit der fünf wichtigsten Seiten. Uns fehlte die Ladezeit, deshalb gibt es bei uns dafür keinen Vorher-Nachher-Vergleich.
- Verantwortliche benennen. Texte, Rechtstexte, Technik und Go-Live-Freigabe brauchen je einen Namen. Die Freigabe gehört zu der Person, die alle vier Bereiche gesehen hat.
- Die Testumgebung absichern. Passwortschutz auf Serverebene. Jede Sperre, die ihr dafür setzt, kommt auf eine Liste für den Go-Live-Tag.
Kapitel 3. Inhalte und Weiterleitungen
- Für jede alte Adresse entscheiden. Behalten, zusammenlegen oder streichen. Vor dem Streichen prüft ihr in der Messbasis, ob die Seite Klicks hatte.
- Den Weiterleitungsplan anlegen. Drei Spalten mit alter Adresse, neuer Adresse und Statuscode 301. Jede Weiterleitung führt direkt zum Ziel, ohne Kette.
- Jede Zuordnung als sicher oder abgeleitet markieren. Sicher heißt bei uns, der neue Titel entspricht dem alten. Abgeleitete Zuordnungen brauchen eine inhaltliche Entscheidung, bevor sie live gehen.
- Nicht alles weiterleiten. 198 Adressen unserer alten Seite waren nie echte Seiten, weil ein Menülink ohne führenden Schrägstrich jeden Pfad an jeden anderen gehängt hatte. Solche Adressen bekommen keine Regel. Viele alte Adressen pauschal auf die Startseite zu leiten, wertet Google als Fehler.
- Titel und H1 gut laufender Seiten übernehmen. Wer sie nebenbei umschreibt, ändert ein Rankingsignal, ohne es zu merken.
- Interne Links, Bilder und PDFs mitziehen. Interne Links zeigen direkt auf die neuen Adressen. Ein PDF mit Backlinks braucht dieselbe Weiterleitung wie eine Seite.
Kapitel 4. Technik und Abnahme
- Den ausgelieferten Stand prüfen. Bei unserer Abnahme stand im Fuß jeder Testseite noch die alte Anschrift. Die Quelle war korrigiert, der Build aber zehn Stunden älter. Prüft immer, was der Server tatsächlich ausliefert.
- Die Ladezeit der wichtigsten Seiten messen. Bei uns machte das Video auf der Startseite mit 4,88 MB rund 78 Prozent des Seitengewichts aus. Aufgefallen ist uns das erst nach dem Go-Live.
- Formulare bis zum Eingang testen. Abschicken und prüfen, ob die Anfrage im Postfach oder im CRM ankommt. Die Danke-Seite allein beweist nichts.
- Tracking und Einwilligung prüfen. Ohne Einwilligung lädt kein Tracking, mit Einwilligung kommen die Ziele an.
- Canonicals und strukturierte Daten setzen. Jede Seite verweist auf sich selbst, die strukturierten Daten nennen die neuen Adressen.
- Den Rückweg vorbereiten. Ein Backup und ein geprobter Weg, die alte Seite innerhalb einer Stunde zurückzuholen. Wir haben dafür eine zweite Domain mit demselben Stand bereitgehalten.
Kapitel 5. Der Go-Live-Tag
- Den Hostnamen beim alten Anbieter freigeben lassen. Nutzt euer alter Hoster selbst Cloudflare, kann euer Hostname in seinem Konto registriert sein. Dann landet jede Anfrage weiter bei ihm. Lasst euch vorher bestätigen, dass der Eintrag entfernt ist. Prüfen lässt es sich in zwei Minuten, der TXT-Eintrag unter
_cf-custom-hostnamevor eurer Domain muss leer sein. - Weiterleitungen aktivieren und einzeln aufrufen. Die 50 wichtigsten alten Adressen mit einem Zusatz wie
?test=1, weil Browser Weiterleitungen speichern. Erwartet wird genau ein 301 auf die richtige Seite. - Sperren aus der Testphase entfernen. Die Liste aus Punkt 6 abarbeiten, danach Quelltext und robots.txt der Live-Seite prüfen.
- Die ausgelieferte robots.txt vollständig lesen. Manche Hoster und CDNs stellen der eigenen Datei einen Block voran, den ihr im Projekt nie seht. Vergleicht die gesperrten Bots mit dem, was ihr bewusst entschieden habt.

- Die Sitemap einreichen. Nur neue Adressen, die mit 200 antworten. Die alte Sitemap bleibt einige Wochen zum Vergleich.
- Bei einem Domainwechsel die Adressänderung melden. Das Werkzeug in der Search Console gibt es nur für einen Wechsel der Domain. Es wirkt 180 Tage, die Weiterleitungen bleiben mindestens ein Jahr.
- Externe Verweise aktualisieren. Anzeigen, LinkedIn, Verzeichnisse und Signaturen. Beginnt mit den Quellen, die die meisten Besuche bringen.
Kapitel 6. Die ersten Wochen danach
- Die Search Console zwei Wochen lang täglich lesen. Fehlerseiten, Indexierung und beide Sitemaps.
- Alte Adressen mit der URL-Prüfung testen. Genau das hat uns am fünften Tag gezeigt, dass die zurückgestellten Weiterleitungen fehlten. Über vier alte Magazin-Adressen kamen im Monat davor noch 375 Einblendungen.
- Gegen die Messbasis vergleichen. Ein Einbruch in der ersten Woche ist normal. Hält er nach sechs Wochen an und betrifft bestimmte Seiten, sucht dort.
- Öffentliche Dateien auf interne Inhalte prüfen. Sieben Wochen nach dem Umzug waren bei uns eine robots.txt mit 293 Kommentarzeilen, ein Bauprotokoll in der llms.txt und eine interne Notiz im Download-Ordner abrufbar. Ruft diese Dateien einmal von außen auf.
- Weiterleitungen mindestens ein Jahr behalten. Tragt einen Termin in zwölf Monaten ein, an dem jemand prüft, ob sie noch aktiv sind.
Wie wir die Adressen vor dem Go-Live gegen echten Verkehr geprüft haben, steht ausführlich im Beitrag Website-Relaunch ohne Rankingverlust.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Bei einer B2B-Website mit 50 bis 200 Seiten meist drei bis sechs Monate. Die Nachbereitung dauert mindestens sechs Wochen, weil Google einige Wochen braucht, bis die neuen Adressen die alten ersetzen.
Verliert man beim Relaunch Rankings?
Dauerhafte Weiterleitungen kosten laut Google keine Linkkraft. Verluste entstehen durch fehlende Weiterleitungen, vergessene Sperren und gestrichene Seiten mit Verkehr. Bei uns lagen die Klicks aus der Google-Suche in den Wochen nach dem Umzug über dem Niveau davor.
Was kostet ein Website-Relaunch bei LILOX?
Eine neue Website oder ein Relaunch kostet bei uns ab 4.900 € zum Fixpreis. Den Leistungsumfang findet ihr auf der Seite Website-Relaunch.
Überarbeitet im Oktober 2026: neu geschrieben mit den Erfahrungen aus dem Umzug von lilox.io, deutlich gekürzt, Autor ergänzt.
Quellen
- Google Search Central, „Site moves with URL changes“: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/site-move-with-url-changes
- Google Search Central, „Redirects and Google Search“: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/301-redirects
- Google Search Console Help, „Change of Address tool“: https://support.google.com/webmasters/answer/9370220
- Eigene Daten: Weiterleitungsdatei und Projektprotokolle von lilox.io, Google Search Console lilox.io.





