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Google-Spam-Update im September 2026 und was es mit drei unserer Ratgeber gemacht hat

Das Wichtigste in Kürze

Einblendungen je Tag in der Google-Suche für unsere drei Ratgeber vom 9. September. Rot hinterlegt ist der Zeitraum des Spam-Updates. Quelle Google Search Console.
Einblendungen je Tag in der Google-Suche für unsere drei Ratgeber vom 9. September. Rot hinterlegt ist der Zeitraum des Spam-Updates. Quelle Google Search Console.

Als die Zahlen Ende September kippten, war unser erster Verdacht unser eigener Go-Live vom 30. September. Die Grafik zeigt, warum er falsch war. Die Checkliste fiel schon am 25. September, fünf Tage vor unserem Paket und am ersten Tag des Updates.

  • Google hat vom 24. September bis 8. Oktober ein Spam-Update ausgerollt. Auf lilox.io hat es drei Ratgeber getroffen, die wir am selben Tag veröffentlicht hatten. In Deutschland fielen sie von zusammen 399 Einblendungen in zehn Tagen auf eine.
  • Unsere 50 älteren Magazinbeiträge haben im selben Zeitraum leicht gewonnen. Eine manuelle Maßnahme gibt es nicht.
  • An typischen KI-Formulierungen lag es nicht. Die drei Texte haben vor allem fremde Quellen nacherzählt und nichts Eigenes enthalten.
  • Wir reichern sie mit eigener Erfahrung an, kürzen sie deutlich und stellen sie einzeln wieder online.

Kapitel 1. Was passiert ist

Ratgeber 10 Tage vorher 10 Tage nachher
Website-Relaunch-Checkliste 188 1
llms.txt-Leitfaden 179 0
Website-Relaunch und SEO 32 0

Der dritte Artikel fiel schon am 20. September weg. Ab diesem Tag zeigte Google für seine Suchbegriffe nur noch die Checkliste, die zum selben Thema geschrieben war. Alle drei Seiten sind weiter indexiert, Google hat sie herabgestuft und nicht entfernt.

„Als die Zahlen gekippt sind, hat mir eine Vermutung nicht gereicht. Ich wollte für jede Seite wissen, was genau die Ursache ist.“

Christoph Fraiss, Mitgründer von LILOX

Wir haben jede Änderung an den betroffenen Seiten im Repository nachgesehen. In unserem Paket vom 30. September wurde am llms.txt-Leitfaden ein einziges Wort geändert. Titel, Beschreibung, Überschriften und Indexierung blieben bei allen drei Seiten gleich, an der Checkliste wurde zwischen dem 10. September und dem 4. Oktober überhaupt nichts geändert.

Kapitel 2. Was Google als Spam einstuft

Spam klingt nach Werbemails. Googles Richtlinien zählen inzwischen auch etwas viel Alltäglicheres dazu. Unter „Scaled content abuse“ fallen Seiten, die vor allem für die Suche entstehen und Lesern wenig Eigenes bieten. Ob KI dabei im Spiel war, spielt für Google eine Nebenrolle.

Google gibt dazu Prüffragen vor. Drei davon treffen unseren Fall genau. Fasst der Inhalt vor allem zusammen, was andere schon gesagt haben? Zeigt er Erfahrung aus erster Hand? Ist erkennbar, wer ihn geschrieben hat? Bei unseren drei Ratgebern lauteten die Antworten ja, nein und nein.

Kapitel 3. Was nur die drei Artikel gemeinsam hatten

Merkmal drei getroffene Artikel 50 ältere Artikel
Verweise auf Googles eigene Anleitung 22, 22 und 2 0
Datumsangaben „Stand …“ im Text 22, 22 und 12 im Schnitt 0,3
eigene Erfahrung aus Projekten keine vereinzelt
Länge 2.900 bis 3.300 Wörter im Schnitt 1.700
veröffentlicht alle am selben Tag verteilt

Die beiden Relaunch-Artikel waren im Kern Googles Anleitung zum Website-Umzug, sorgfältig nacherzählt und zweimal geschrieben. Dabei hatten wir im August selbst umgezogen und genug erlebt, um darüber zu schreiben.

Kapitel 4. Was es nicht war

Wir hatten typische KI-Formulierungen erwartet. Die Zählung zeigte das Gegenteil. Wendungen wie „nicht …, sondern“ und Fragen als Zwischenüberschriften kamen in den getroffenen Artikeln rund dreimal seltener vor als in den älteren. Auch die festen Bausteine unseres Magazins waren es nicht, Kurzfassung und Fragenblock stehen in fast allen älteren Beiträgen.

Unabhängige Auswertungen kommen zu einem ähnlichen Bild. Getroffen werden Websites nach Struktur und Menge, also Seiten aus Vorlagen und viele Texte in kurzer Zeit. Getroffene Seiten verlieren meist auch ihre Nennungen in den KI-Antworten von Google. In den Fragen, die wir mit Peec bei Google AI Search, ChatGPT, Copilot, Gemini und Claude beobachten, wurden die drei Ratgeber nie als Quelle genannt.

Kapitel 5. Was wir jetzt ändern

„Weiterleiten wäre der schnellere Weg gewesen. Wir reichern die Artikel lieber deutlich an, mit dem, was wir selbst erlebt haben.“

Christoph Fraiss, Mitgründer von LILOX

Die drei Ratgeber werden kürzer und erzählen aus unserem eigenen Umzug. Dazu gehören die 144 Weiterleitungen, die wir am Tag vor dem Go-Live zurückgestellt und fünf Tage später wieder eingeschaltet haben, und der Eintrag beim alten Hoster, der uns drei Stunden gekostet hat. Dazu kommt die Voreinstellung, die neun KI-Crawler aussperrte, und unsere llms.txt, in der zeitweise 81 von 163 Adressen fehlten.

Für jeden neuen Ratgeber gelten ab sofort vier Regeln. Jeder Beitrag enthält mindestens drei Dinge, die nur wir wissen können. Fremde Quellen nennen wir einmal und verlinken sie am Ende. Jeder Artikel trägt den Namen der Person, die ihn verantwortet. Und neue Ratgeber gehen einzeln online, mit mindestens einer Woche Abstand.

Wie schnell sich die Seiten erholen, wissen wir nicht. Google beschreibt den Zeitraum nach einem Spam-Update mit mehreren Monaten.

Kapitel 6. So prüft ihr eure eigene Website

  1. Zeiträume vergleichen. In der Search Console je Seite die zehn Tage vor dem 24. September mit den zehn Tagen ab dem 1. Oktober vergleichen.
  2. Nach Entstehung gruppieren. Auffällig sind Seiten, die gemeinsam online gingen.
  3. Manuelle Maßnahmen prüfen. Bei einer automatischen Herabstufung steht dort nichts.
  4. Die drei Fragen beantworten. Für jede verlorene Seite, am besten mit jemandem aus dem Fachteam.
  5. Mit KI gegenlesen. Gebt den wichtigsten Ratgeber einem KI-Assistenten mit dem Auftrag „Markiere jeden Absatz, den genauso gut ein Mitbewerber hätte schreiben können, und schlag vor, welches Beispiel aus unserer Praxis dort hingehört.“

Häufige Fragen

Hat Google lilox.io abgestraft?

Eine manuelle Maßnahme gibt es nicht, und der größte Teil der Website hat im selben Zeitraum gewonnen. Herabgestuft wurden drei Ratgeber, die gemeinsam entstanden sind.

Sollte man KI für Ratgeber nicht mehr nutzen?

Google erlaubt KI ausdrücklich, solange der Inhalt geprüft ist und etwas Eigenes bietet. Wir nutzen KI weiter für Recherche und Struktur. Was im Text steht, muss aus unserer Arbeit kommen.

Quellen

  1. Google Search Central, Spam-Richtlinien für die Google-Websuche: https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies
  2. Google Search Central, Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen: https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/creating-helpful-content
  3. Google Search Central, Leitfaden zu Inhalten mit generativer KI: https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/using-gen-ai-content
  4. Search Engine Roundtable, „Google September 2026 Spam Update Is Done Rolling Out“, 08.10.2026: https://www.seroundtable.com/google-september-2026-spam-update-done-42235.html
  5. Lily Ray, „It Works Until It Doesn’t“: https://lilyraynyc.substack.com/p/it-works-until-it-doesnt-ai-content-risks
Weitere 1 Quellen anzeigen
  1. Eigene Daten: Google Search Console lilox.io, Repository lilox.io, Peec AI.
Christoph Fraiss

Über die Autorin bzw. den Autor

Christoph Fraiss

Gesellschafter · MBA, MSc

Christoph ist Ingenieur (HTL Maschinenbau), Wirtschaftsingenieur MSc und Internationaler Wirtschafts-MBA der Carlson School of Management und WU Wien. Mit 15 Jahren Erfahrung im Projektmanagement von Großprojekten, Engineering von Hochleistungsanlagen, Produktions- und Unternehmensleiter.

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